Produktwissen
14. März 2018

MemoWrite: Gymnasiasten gründen Start-Up

Fünf Schülerinnen und Schüler des Berner Gymnasiums Kirchenfeld haben das Start-Up-Unternehmen MemoWrite gegründet. Die Jungunternehmer verkaufen einen multifunktionalen Kugelschreiber und wenden so das Erlernte aus dem Unterricht in der Praxis an. Im Interview verraten sie, was sie bis jetzt gelernt haben.

Das Projekt «myStartUp» ist ein Schwerpunkt der Ausbildung an der Abteilung Wirtschaft und Recht des Wirtschaftsgymnasiums Kirchenfeld in Bern. Schüler gründen und betreiben eineinhalb Jahre ein Unternehmen in Zusammenarbeit mit Young Enterprise Switzerland (YES). Der Verein YES ist eine Non-Profit Organisation und entwickelt und betreut praxisorientierte Wirtschaftsbildungsprogramme mit dem Ziel, die Wirtschaft mit der Schule zu vernetzen. Unter Betreuung ihrer Wirtschaftslehrperson Astrid Hug haben fünf engagierte Schülerinnen und Schüler letzten Sommer das Start-Up MemoWrite gegründet.

Was kann MemoWrite?
MemoWrite ist ein Kugelschreiber, der aus einem integrierten USB-Stick und einem Touchscreen-Stift besteht. Der aus Aluminium gefertigte Kugelschreiber bietet einen frei wählbaren Speicherplatz von 2 bis 32 Gigabyte, eine hohe Schreibqualität und ein elegantes Design. Er besitzt eine schwarze Mine und ist in fünf Farbvarianten erhältlich: Schwarz (matt oder glänzend), Silber (glänzend), Dunkelgrau (matt), Grau (glänzend) und Weiss (glänzend). Kunden haben die Möglichkeit, auf einer Seite des Stiftes gratis eine (Werbe-)Gravur eingravieren zu lassen. Auf Wunsch ist der Stift auch mit einem Logo bedruckbar. Das Team lädt bei Bedarf Dokumente und Präsentationen auf den USB-Stick. Der 3-in-1-Kugelschreiber ist online unter www.memowrite.ch bestellbar.

haptik.ch hat Joel Imholz, CEO von MemoWrite, und Thibaud Bieri, Marketing, zum Interview getroffen.

Welche Erfahrungen haben Sie bisher dank MemoWrite gesammelt?
Thibaud Bieri: Die ersten Kugelschreiber haben wir am Eröffnungsanlass im August verkauft. Nach einer Präsentation unserer Firma und unseres Produkts konnten Interessierte Anteilsscheine am Unternehmen MemoWrite kaufen. Dazu gehörten Familienmitglieder, Bekannte und auch Lehrer, die sich privat beteiligten. Im Winter haben wir an zwei Weihnachtsmärkten in Worb und Burgdorf teilgenommen und unsere Produkt an der Handelsmesse in Zürich Anfang Jahr präsentiert und verkauft. Im Internet ist MemoWrite zudem auf Instagram und Facebook zu finden.

Wie sieht es mit der Ziel-Erreichung aus?
Joel Imholz: Bis heute haben wir 600 Kugelschreiber verkauft, auch dank zweier Grossaufträge, die wir dieses Jahr an Land ziehen konnten. Unser Ziel ist, dass wir unseren Aktionären das investierte Geld zurückzahlen können inklusive einer Dividende von fünf Prozent. Dieses Ziel werden wir vielleicht sogar übertreffen!

Warum haben Sie sich entschieden, Kugelschreiber zu verkaufen?
Thibaud Bieri: Wir hatten am Anfang viele verschiedene Ideen. Beispielsweise eine Kaffeemaschine für unterwegs, betrieben mit Solarstrom. Allerdings fehlten uns für eine solche Produktentwicklung das technische Knowhow wie auch die finanziellen und zeitlichen Ressourcen. Deshalb haben wir entschieden, ein bestehendes Produkt einzukaufen, dieses mit Dienstleistungen zu ergänzen und so weiterzuverkaufen.

Wie haben die Kunden auf den Stift reagiert?
Thibaud Bieri: Manche fanden, der Kugelschreiber sei angenehm leicht, andere Kunden fanden den Stift viel zu leicht. Das zeigt, das die Einschätzung der Kunden variiert, je nach Typ. Unsere Hauptabsatzgruppe sind einerseits Firmen, die den Stift als Werbegeschenk kaufen sowie 30-60-jährige erwerbstätige Einzelpersonen. 

Warum wird der Kugelschreiber in Deutschland produziert und nicht in der Schweiz?
Joel Imholz: Wir sind dank unserem Netzwerk zu unserem Produzenten National Pen gekommen, was uns vorteilhafte Konditionen eröffnet. Ausserdem mussten wir möglichst schnell Umsätze generieren. 

Was haben Sie dank MemoWrite gelernt?
Joel Imholz: Das Projekt ist eine sehr positive Erfahrung. Ich habe gelernt, dass man von einer Idee, einem Produkt überzeugt sein muss, um es optimal verkaufen zu können. Dieser Einblick in das Unternehmenswesen wird für die Zukunft bestimmt grosse Vorteile mit sich bringen.
Thibaud Bieri: Unser Team hat gelernt, Businesspläne zu erstellen, Absatzwege zu analysieren und Dokumente wie Darlehensanträge und Offerten zu schreiben. Da wir pro Woche nur eine Lektion für dieses Projekt zur Verfügung hatten, mussten wir Kompromisse eingehen, beispielsweise wenn Messen während den Ferien stattfanden. Ich habe gelernt, über meinen Schatten zu springen und potenzielle Kunden am Messestand gezielt anzusprechen. Das stärkt natürlich das  Selbstbewusstsein. Die gesammelte Praxiserfahrung wird bei zukünftigen Bewerbungsgesprächen wohl ein Plus sein.

Was würden Sie rückblickend anders machen?
Thibaud Bieri: von Anfang an mehr Wert auf die Kommunition im Team legen. Und wir würden wohl ein anderes Produkt verkaufen. Zwar gibt es eine grosse Masse an potenziellen Kunden, aber der Schreibgeräte-Markt ist anspruchsvoll.

Welche Ziele haben Sie bis Ende Sommer?
Thibaud Bieri: am 12. und 14. Mai werden wir mit MemoWrite an der BEA in Bern sein. Interessierte sind natürlich herzlich willkommen!

Mehr Informationen: www.memowrite.ch

 

Ein multifunktionaler Kugelschreiber, der schreibt, Daten speichert und als Touchpen dient: Dieses Produkt verkauft das Start-Up MemoWrite. (Bild: MemoWrite)
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