05. Januar 2018

Lernen nach Schulschluss wird in Zukunft noch wichtiger

05. Januar 2018

Lernen nach Schulschluss wird in Zukunft noch wichtiger

Die Digitalisierung bringt Herausforderungen und Chancen mit sich. Wie ein Bericht des Bundesrates zeigt, werden nebst digitalen Kompetenzen zukünftig auch Fähigkeiten in weiteren Bereichen gefragt sein. Lernen und Weiterbildung werden folglich unverzichtbar, um mit gut gefülltem Rucksack im Beruf zu bestehen.

Wie die digitale Zukunft genau aussehen wird, ist offen. Der Bundesrat geht in einem Bericht davon aus, dass sich die Digitalisie­rung auf fast alle Berufe auswirkt – inklusive Berufe im kaufmännischen Bereich und im Detailhandel. Grundsätzlich befinde sich der Arbeitsmarkt in einer sehr guten Aus­gangslage, wie im Bericht «Auswirkungen der Digitalisierung auf Beschäftigung und Arbeitsbedingungen – Chancen und Risiken» von November 2017 konstatiert wird. Um von der Digitalisierung profitieren zu können, sind gemäss Bundesrat gezielte Verbesserungen der Rahmenbedingungen nötig, beispielswei­se im Bildungsbereich.

Lebenslanges Lernen aufgrund neuer beruflicher Anforderungen

Laut Bericht hat das Schweizer Bildungs­system bereits auf vielen Ebenen auf die digitalen Entwicklungen reagiert, die Aus­gangslage sei deshalb ausgezeichnet. Um die Chancen der Digitalisierung für die Beschäf­tigung nutzen zu können, hat der Bundesrat mehrere Massnahmen beschlossen. Eine dieser Massnahmen ist die Weiterentwicklung der Bildung. Zentral sei, die Ausbildung an die veränderten Anforderungen anzupassen. Dazu gehöre auch das lebenslange Lernen und Weiterbildung.

In Zukunft gefragt: «Digital Skills» und transversale Kompetenzen

Welche Kenntnisse und Kompetenzen werden zukünftig verlangt? Im Bericht des Bundes­rates findet sich folgende Antwort: «Die Analyse hat gezeigt, dass Kenntnisse der Informations­ und Kommunikationstechnik sowie transversale Kompetenzen [Ergänzung Red.: Zusammenarbeit, Kommunikation, Lern­strategie, kreatives Denken oder reflexives Vorgehen] in Zukunft absolut unverzichtbar sind, um am Arbeitsmarkt bestehen und sich in einer zunehmend digitalisierten Gesell­schaft behaupten zu können.»

Da sich im Zuge der Digitalisierung auch der Kontext des Lehrens und Lernens von Grund auf verändere, seien «Digital Skills» wichtig, sogenannte Anwendungskompetenzen. Im Bericht wird festgehalten, dass auch die Vor­aussetzungen für eine wirksame Vermittlung und Aneignung dieser Kompetenzen gegeben sein müssen. So sei zwar die Ausstattung der Schulen mit digitaler Infrastruktur gut, gleich­zeitig würden aber Risiken wie Datenschutz und der verantwortungsvolle Umgang mit den neuen Medien noch zu wenig thematisiert.

Jede und jeder ist für die Weiterbildung selbst verantwortlich

Das heutige hohe Tempo der Veränderungen am Arbeitsmarkt könne aufgrund der Digitali­sierung anhalten oder sogar noch zunehmen. Gemäss Bericht werden zukünftig nur diejeni­gen Personen über gute Berufschancen verfügen, welche die vom Arbeitsmarkt nachgefrag­ten Kompetenzen vorweisen. Der Bundesrat hält fest, dass die Weiterbildung grundsätzlich in der Verantwortung jedes Einzelnen liege. Positiv: Auf Basis des aktuellen Wissens sei davon auszugehen, dass die Digitalisierung zu neuen Beschäftigungsmöglichkeiten und einem weiteren Anstieg der Beschäftigung führen werde.

Vanessa Borer
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