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«Botanik des Wahnsinns» ist Lieblingsbuch des Buchhandels 2026

Was lesen eigentlich Buchhändlerinnen und Buchhändler? Seit 2018 ruft der Schweizer Buchhandels- und Verlags-Verband (SBVV) Buchhändlerinnen und Buchhändler der Deutschschweiz dazu auf, ihr Lieblingsbuch zu wählen. 2026 holt «Botanik des Wahnsinns» von Leon Engler die meisten Stimmen der Profis, wie der SBVV mitteilt. Der erste Roman des Theaterautors Leon Engler sei zum Überraschungserfolg geworden, weil viele Buchhändlerinnen und Buchhändler das Buch selbst gerne gelesen und es bereits seit vergangenem Herbst ausgiebig besprochen und empfohlen hätten, schreibt der Verband.
In seinem Romanerstling lässt Engler seinen Erzähler auf die Biografie seiner Familie blicken: ein Stammbaum des Wahnsinns. Früh ist da die Angst, auch verrückt zu werden. Tatsächlich landet der Erzähler schliesslich in der Anstalt – als Psychologe. Bei der Arbeit mit den Patienten lernt er, dass ein Mensch immer mehr ist als seine Krankheit, dass Zuhören wichtiger ist als Diagnostizieren. Und er sieht sich mit der Frage konfrontiert: Was soll ein normaler Mensch sein?
Fünf Titel auf der Shortlist
Als Lieblingsbuch können auf der Website www.daslieblingsbuch.ch sämtliche in deutscher Sprache publizierten Belletristik- und Sachbuch-Neuerscheinungen inklusive Übersetzungen eingereicht werden, die zwischen April des Vorjahres und März des Folgejahres erschienen sind. Aus den Eingaben erstellt der SBVV eine Shortlist mit fünf Titeln, über die in einer zweiten Runde alle aktiven Buchhändlerinnen und Buchhändler abstimmen können. Dieses Jahr standen auf der Shortlist Lázár von Nelio Biedermann (Rowohlt Berlin), Himmel ohne Ende von Julia Engelmann (Diogenes), Botanik des Wahnsinns von Leon Engler (DuMont), Blaues Wunder von Anne Freytag (Kampa)
und Freunde von Eva Kranenburg (Fischer Sauerländer).
Die Aktion «Lieblingsbuch» gibt es seit 2018.