Inspiration
16. Juli 2026

Europäischer Verband Lifestyle sieht Sommermessen bedroht

Immer mehr Sommermessen in der Konsumgüterbrache verschwinden, werden zusammengelegt oder verlieren an Bedeutung. Der Europäische Verband Lifestyle schlägt Alarm: Die Entwicklung gefährde die Innovationskraft der Branche.
Heike Tscherwinka, Geschäftsführerin EVL, und Lars Adler, EVL-Vorstandssprecher und Geschäftsführer von Hoff-Interieur. (Bild: EVL)

Der Europäische Verband Lifestyle (EVL) blickt mit Optimismus aber auch Sorge auf die Entwicklung der europäischen Messelandschaft. Nach Einschätzung des Branchenverbandes verschwinden immer mehr Sommermessen in der Konsumgüterbrache, werden zusammengelegt oder verlieren an Bedeutung. Damit schrumpfe die Zahl der relevanten Order- und Trendplattformen im Sommer auf wenige Veranstaltungen, schreibt der EVL in einer Mitteilung. Laut dem Verband trifft diese Entwicklung die ganze Branche. Messen seien weit mehr als Orderplätze. «Sie sind Orte der Begegnung, des Austauschs und der Inspiration. Hier entstehen neue Sortimente, werden Trends sichtbar und Ideen entwickelt, die später den Weg in die Geschäfte und zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern finden», so der EVL.

Optimistisch stimmt die EVL-Mitglieder, dass die Händlerinnen und Händler, die Messen besuchen, diese Plattformen wieder deutlich intensiver nutzen und vor Ort stärker ordern als in der Vergangenheit. Damit kompensierten die aktiven Messebesucher zumindest teilweise, was durch Fernbleiber verloren gehe, heisst es in der Mitteilung.

«Der Handel braucht Trends, um die Endverbraucher immer wieder zu überraschen. Gerade in unseren Produktsegmenten ist das überlebenswichtig», sagt EVL-Geschäftsführerin Heike Tscherwinka. «Wenn die Bedeutung der Sommermessen weiter sinkt, verlieren wir Plattformen, auf denen genau diese Impulse entstehen.»

Der Verband sieht deshalb die gesamte Branche in der Verantwortung. Wenn klassische Messeformate weiter unter Druck geraten, brauche es neue Wege, um Innovationen sichtbar zu machen und Hersteller, Handel sowie Medien zusammenzubringen, so der EVL. Denkbar wären beispielsweise Crossover-Formate mit angrenzenden Branchen, Press Days, die sich gezielt auch für Händler öffnen, konzertierte Showroom-Konzepte oder Pop-up-Formate.

«Es geht nicht darum, an einzelnen Veranstaltungen festzuhalten oder sie gegeneinander auszuspielen», so Lars Adler, EVL-Vorstandssprecher und Geschäftsführer von Hoff-Interieur. «Generell brauchen wir Orte, an denen Innovationen sichtbar werden und unsere Branche miteinander ins Gespräch kommt. Denn nur wenn neue Ideen den Handel erreichen, können sie am Ende auch die Verbraucher begeistern.»

Der EVL lädt Messeveranstalter, Hersteller, Verbände und den Handel ein, gemeinsam über die Zukunft der Innovationsplattformen nachzudenken. Als Netzwerk der europäischen Lifestyle-Industrie will der Verband diesen Dialog aktiv begleiten. Der EVL vereint mehr als 160 inhabergeführte mittelständische Unternehmen aus der Lifestylebranche mit Produkten aus den Bereichen Schenken, Wohnen und Kochen.

 

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