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Das sind die Nominierten für den Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis
Aus 98 eingereichten Titeln aus 62 Verlagen hat die unabhängige Jury die fünf Kinder- und Jugendbücher nominiert. Aus der Deutschschweiz schafften es zwei Bücher auf die Shortlist, wie die Verantwortlichen mitteilen.
«Herschel, der Gespensterhund» von Autor Thomas Meyer Illustratorin Magali Franov thematisiert den Tod auf humorvolle Weise. Familie Mick ihren geliebten Hund Herschel einschläfern lassen. Das trauernde Mädchen Luise entdeckt, dass Herschel als Gespensterhund die Familie weiterhin begleitet, sichtlich verjüngt und mit mehr Freiheiten als zuvor. «Die Illustrationen in Mischtechnik mit vielen Collage-Elementen und kecken Details strahlen eine spielerische Gestaltungsfreude aus», schreibt die Jury. So wirke dieses Bilderbuch keineswegs traurig, sondern vermittle eine tröstende Botschaft, ohne zu beschönigen.
Auf der Shortlist steht ausserdem «Schlich ein Puma in den Tag» von Verena Pavoni (Bilder), Lena Raubaum (Gedichte) und Franziska Walther (Gestaltung). Das Buch mache erlebbar, dass Kunst ein Prozes sei und animiere Kinder, sich künstlerisch auszudrücken, lobt die Jury. Seite für Seite entstehen in Sgraffito-Technik Bilder eines Pumas, eines Frosches und weiterer Tiere. Zu jedem Bild gibt es ein Gedicht.
Aus der Westschweiz nominiert sind zwei Bücher: Jean-Blaise papa poule von Émilie Boré (Text) und Vincent (Illustration) ist der dritte Band der Comic-Reihe über den Kater Jean-Blaise: Dieses Mal wird er Vater einer Schlange, die er gemeinsam mit seiner grossen Liebe, dem Goldfisch Tsubasa aufzieht. «Voller Absurditäten, Originalität und
Sprachwitz macht sich dieser Bilderbuch-Comic augenzwinkernd über den überbehütenden Gluckenvater und seine Erziehungsideale lustig, worin sich Eltern und Kinder wiedererkennen können», urteilt die Jury.
Im Bilderbuch «Le petit roi» von Sylvie Neeman und Francesca Bellarini will ein kleiner Junge wie ein König bestimmen und befehlen. Im Dialog mit seinem Teddybären, der wenig von diesen Machtgelüsten hält, findet er heraus, wie er wirklich mächtig sein kann: Indem er Geschichten erfindet!
Der einzige nominierte Roman ist «Oceano» von Gionata Bernasconi. Mitten im Ozean sind Alice und ihr kleiner Bruder Milo auf einem Rettungsboot tagelang auf sich allein gestellt. Als geschicktes und handlungskräftiges Mädchen kämpft Alice ums Überleben der beiden. Dabei helfen den Geschwistern nicht zuletzt auch ihre Fantasie, Geschichten und Spiele, die ihnen Mut schenken. Die Erzählung für ältere Kinder und Jugendliche ermöglicht laut Jury auch allegorische und symbolische Lesarten und lade mit ihrem offenen Schluss zu Reflexion und Interpretation ein.
Der Preis wird am 16. Mai 2026 an den Solothurner Literaturtagen verliehen. Er ist mit insgesamt 20'000 Franken dotiert.
https://www.schweizerkinderbuchpreis.ch/