Inspiration
Bild: pixabay.com
08. April 2020

Schweizer lesen seit Lockdown mehr Printmedien

Das Coronavirus bringt die Schweizer vermehrt zum Lesen von Printmedien. Die erste Abo-Plattform der Schweiz, Abo.ch, feiert dieses Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum und verzeichnet seit Anfang März 2020 eine Verdreifachung der Abo-Abschlüsse für Zeitungen und eine Verdoppelung der Neuabschlüsse für Zeitschriften-Abos.

Seitdem sich das ganze Land im Lockdown (engl. für Still-Legung) befindet, werden viel mehr Zeitungen, Zeitschriften und Fachmagazine gelesen, als zuvor. Zumindest auf Abo.ch, der ältesten Abo-Plattform der Schweiz, sind die Abo-Abschlüsse zurzeit so hoch wie noch nie zuvor. «Seit Anfang März 2020 beobachten wir eine Erhöhung der Neuabschlüsse für Zeitungsabos um 307% im Vergleich zum Vorjahr – das entspricht einer Verdreifachung», bestätigt der Gründer der Online-Plattform Noel Boller.

In den absoluten Abozahlen bleiben Zeitschriften aber immer noch die Spitzenreiter. Printmedien online zu abonnieren und seine Lieblingszeitschrift direkt vor die Haustüre geliefert zu bekommen, bringt besonders zu «Corona-Zeiten» Normalität und informativen Zeitvertreib. Entgegen der Prophezeiungen der vergangenen Jahre, sind Printmedien scheinbar längst nicht ausgestorben. Speziell Journalisten kommt dieser Trend zu Gute, denn investigativer Journalismus wird derzeit wieder hoch geschätzt.

Was lesen Herr und Frau Schweizer am liebsten?
«Die Bevölkerung hat aufgrund der aktuellen Umstände wieder mehr Zeit und beschäftigt sich mit Aktivitäten, die Sicherheit vermitteln». Das Lesen einer Printzeitschrift vermittelt Tradition und wird gerne mit dem morgendlichen Kaffee verbunden», sagt Abo.ch-Gründer Noel Boller. Er verrät die Top-Themen, welche momentan am meisten gelesen werden. Kinderzeitschriften werden zurzeit besonders viel abonniert. Müssen die Eltern doch während dem Schulausfall ihre Kinder beschäftigt halten. Aber auch Frauenzeitschriften mit Tipps zur Gesundheit, Fitness, Wohnen und Selbstverwirklichung werden nun sehr geschätzt. Die Stars und Sternchen und ihre letzten Skandale dürfen natürlich auch nicht fehlen. «Die Welt der Promis war schon immer eine sehr beliebte Zuflucht, um die eigenen Alltagsprobleme für einen Moment zu vergessen», erklärt Noel Boller.

Besonders auffällig sei zudem, dass die Schweizer sich verstärkt mit fachspezifischen Themen wie zum Beispiel der Kindererziehung und dem Familienleben zu befassen scheinen. Ratgeber für Eltern werden aktuell mehr abonniert, als noch vor der Coronakrise. Auch Hobby-Zeitschriften zu Themen wie Gärtnern und Kochen finden verstärkten Anklang.

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