Handel / Politik
19. Dezember 2023

ABC-Verlag schliesst die eigene Produktion in Schönbühl

Der ABC Kunst- und Glückwunschkartenverlag im bernischen Urtenen-Schönbühl wurde an den deutschen Goldbek-Verlag verkauft. Ende Jahr wird die Produktion in der Schweiz definitiv eingestellt. Die grafische Gestaltung der Karten sowie Logistik, Verkauf und Administration verbleiben am Standort. Qualität und Service würden darunter nicht leiden, betont Co-Geschäftsführer Roland Tschanz.
Der ABC-Sitz in Schönbühl. (Bild: zVg)

Ende März 2023 hatte der deutsche Goldbek-Verlag bekannt gegeben, seinen Schweizer Mitbewerber, den ABC Kunst- und Glückwunschkartenverlag in Urtenen-Schönbühl, zu übernehmen (haptik.ch berichtete). Ziel sei es, unter Wahrung der jeweiligen Markenidentität «ein starkes Gemeinschaftsunternehmen im Bereich Gruss- und Glückwunschkarten in der DACH-Region
aufzubauen», hiess es damals. Durch die Übernahme erschloss sich Goldbek, der hierzulande als einer der führenden Grusskartenverlage im Drehständersegment gilt, nun auch die volumenstarke Wandfläche.

Wie die Zeitung «Der Bund» in seiner Ausgabe vom 20. Dezember berichtet, schliesst nun der ABC-Verlag seine Kartenproduktion in Schönbühl bis Ende Jahr. Die sieben Angestellten, die zuletzt noch im Druckbereich und bei der Veredelung arbeiteten, hätten gekündigt oder die Kündigung erhalten. In Urtenen-Schönbühl verbleibe «die grafische Gestaltung der Karten sowie die Logistik und Administration», sagte Co-Geschäftsführer Jörg Rohn der Zeitung. Beschäftigt werden dazu 50 Mitarbeitende.

Hohe Investitionen, zu geringe Auslastung

Bei der Übernahme von ABC durch Goldbek im Frühling sei die Schliessung der Produktion in Schönbühl noch nicht zur Diskussion gestanden, sagt Co-Geschäftsführer Roland Tschanz gegenüber haptik.ch. In den letzten Monaten sei aber der Entscheid gereift, die Produktion auszulagern. Der Hauptgrund: Die Druckerei verlange regelmässig hohe Investitionen in neue Anlagen, die Auslastung durch die Grusskartenproduktion sei jedoch zu wenig hoch, um die Anlagen wirklich rentabel in einem Zwei- oder Dreischichtbetrieb laufen zu lassen.

Beim ABC-Verlag müssten zum Beispiel in Kürze zwei Cellophanmaschinen ersetzt werden, mit denen Grusskarten in Cellophan eingepackt werden. Inzwischen verlange der Markt und voraussichtlich auch der Gesetzgeber nach nachhaltigeren Verpackungslösungen, so Tschanz. Da müsse man sich solche Neuinvestitionen gut überlegen. Verschärft wurde das Problem durch den Umstand, dass ABC bis spätestens Sommer 2024 in neue Räumlichkeiten in Schönbühl umziehen muss. «Der Abbau, Umzug und die Installation des Maschinenparks hätte einen sehr hohen Investitionsbedarf bedeutet», erklärt Roland Tschanz.

Der ABC-Verlag druckt seit über 100 Jahren Grusskarten in der Schweiz. «Die Produktion in der Schweiz war Teil unserer Geschichte», sagt Roland Tschanz. «Künftig konzentrieren wir uns auf Kreation, Logistik und Service.» Die Kundinnen und Kunden hätten das «swiss made» zwar geschätzt, schlussendlich entscheide aber das Kartenmotiv darüber, ob ein Kunde die Karte kaufe, so Tschanz: «Karten müssen gefallen.»

Weiterhin «created in Switzerland»

Ein Teil der ABC-Karten wird künftig weiterhin in der Schweiz bei anderen Druckereien gedruckt, der Rest wird in Europa produziert. Tschanz betont, die Qualität und Hochwertigkeit der Karten werde weiterhin an erster Stelle stehen. Die Kreation der vielfältigen Karten geschehe auch künftig in Schönbühl. Und auch der Service beim Kunden sei weiterhin ein wichtiger Bestandteil des ABC-Verlages.

Dieses Jahr produzierte der ABC-Verlag rund 20 Millionen Grusskarten. Das Sortiment umfasst über 4000 verschiedene Glückwunschkarten für die unterschiedlichsten Anlässe.

pd/mos

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