Handel / Politik
Martin Kelterborn (r.) beantwortete am PEG-Forum die Fragen von VR-Präsident Christoph Clavadetscher. Im Interview mit haptik.ch gibt der neue CEO der Offix Holding AG Einblicke in die Ziele für 2019. (Bild: vb)
17. Oktober 2018

«Das Highlight im 2019 wird der Papedis-Onlineshop»

Martin Kelterborn hat im September als CEO die operative Führung der Offix Holding AG übernommen. Wie wird er die Unternehmensgruppe in einem anspruchsvollen Marktumfeld erfolgreich in die Zukunft führen? Ein Interview über Extra-Meilen, digitale Herausforderungen und Chancen für Fachhändler.

Die Offix Holding AG in Freudwil, ursprünglich 1995 als Offix AG gegründet, bildet seit Juni 2015 das gemeinsame Holdingdach für die Unternehmensgruppe im Bereich Bürozubehör. Die Offix-Gruppe entstand durch den Zusammenschluss der Papeteristen-Einkaufsgenossenschaft (PEG) in Aarburg und der Ecomedia Gruppe in Nänikon. Zu den fünf Firmen der Gruppe gehören Ecomedia AG, Oridis AG, Papedis AG, Docuserv AG und Office Leader AG. Das Sortiment umfasst rund 55 000 Artikel in den Bereichen Bürobedarf, Papeterie, Druckerzubehör, Speichermedien, Beschriftungssysteme, Handyzubehör und Computerperipherie. Die Offix-Gruppe erzielt einen Jahresumsatz von rund CHF 300 Mio. und zählt 250 Mitarbeitende.

Im September haben Sie Ihre Arbeit als CEO der Offix Holding AG aufgenommen. Welche Aufgaben haben Sie im ersten Monat angepackt?
Martin Kelterborn: «Vor dem Anpacken lohnt es sich, zuerst die Ausgangslage zu kennen. In den ersten Arbeitswochen habe ich deshalb vor allem zugehört und zugesehen. Ich habe mich intensiv mit Mitarbeitenden ausgetauscht und war mit dem Aussendienst unterwegs, um an der Front den Puls zu fühlen. Danach werde ich weitere Aufgaben angehen – und mit beiden Händen anpacken.»

Wie erleben Sie die Arbeitsatmosphäre bei der Offix-Gruppe?
«Mein erster Eindruck ist sehr positiv: Hier arbeiten professionelle, lösungsorientierte Menschen, die einen feinen Umgang pflegen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Offix-Gruppe haben in den letzten drei Jahren ehrliche, solide ‹Büez› geleistet und viele Projekte erfolgreich umgesetzt. Das verdient Respekt! Ich erlebe bei den Mitarbeitenden einen guten Teamgeist und einen starken Willen, jeden Tag das Beste zu geben und die Extra-Meile zu gehen. Da ist eine tolle Kultur vorhanden.»

Am PEG-Forum Mitte Juni in Thun haben Sie sich als Freund einer klaren, offenen und ehrlichen Kommunikation offenbart. Wie sorgen Sie dafür, dass dieser Kommunikationsstil in der Offix-Gruppe gelebt wird?
«Das kann man nicht befehlen, nur vorleben. Gute Kommunikation ist ja kein Selbstzweck, sondern ein Instrument für eine kooperative Zusammenarbeit. Und Teams, die gut zusammenarbeiten, sind unschlagbar. Ich schätze es, wenn Mitarbeiter ihre Meinung vertreten, Ideen einbringen und Entscheide reflektieren. Das gibt eine positive Energie und bringt uns weiter.»

Welche weiteren Werte sind Ihnen in der täglichen Zusammenarbeit wichtig?
«Jeder Manager nennt Werte wie Offenheit und Ehrlichkeit. Das ist richtig, aber man muss aufpassen, dass diese positiven Werte nicht beliebig und banal sind. Für wen sind Offenheit und Ehrlichkeit denn nicht wichtig? Ich gehe dieses Thema rund um Werte manchmal umgekehrt an: Ich sage klar, was ich nicht will. Das gibt Mitarbeitenden eine bessere Orientierung als blumige Floskeln vom Chef. Welche Verhaltensweisen haben keinen Platz? Bei mir sind das die Verschwendung von zeitlichen und finanziellen Ressourcen, Unpünktlichkeit und fehlender Anstand.»

Ihr Vorgänger Peter Bühler begleitet Sie in der Einführungsphase punktuell und bleibt Präsident des Verwaltungsrates bis zur geplanten Übernahme der Offix-Gruppe durch die PEG im Januar 2019. Was werden Sie anders machen als Peter Bühler?
«Ich habe grossen Respekt für Peter Bühler und was er in den letzten Jahren für die Offix-Gruppe geleistet hat. Ganz vieles werde ich gleich machen wie er, einige Dinge ähnlich und manche Themen werde ich anders angehen. Welche genau das sein werden, ist noch offen. Klar ist: Meine Arbeit werde ich nicht permanent mit derjenigen von Peter Bühler vergleichen. Gleichzeitig bin ich mir nicht zu schade, Meinungen von anderen einzuholen oder um Rat zu fragen. Im Endeffekt zählt bei meiner Arbeit nur die Wirkung, die sie im Ziel hat.»

Am PEG-Forum haben Sie die Digitalisierung als eine der aktuellen Herausforderungen der Offix-Gruppe genannt. Wie werden Sie diese Herausforderung konkret angehen?
«Das Highlight wird der Papedis-Onlineshop ab Januar 2019 sein. Die Digitalisierung und die Vernetzung mit Grosshändlern und Kunden führen zu einem Effizienz-Gewinn für beide. Für mich ist die Digitalisierung eine Kopfsache, die vor allem vom Willen abhängig ist. Es geht darum, von bisherigen, teilweise liebgewonnen Prozessen loszulassen. Das kann schwierig sein, andererseits schafft Loslassen auch Raum für Neues. Zusätzlich zum neuen Papedis-Onlineshop haben wir viele weitere Projekte in der Pipeline, über die ich hier noch nicht sprechen möchte.»

Wo sehen Sie aktuell die grössten Chancen?
«Die Chance für die Fachhändler ist unser Rundum-sorglos-Paket kombiniert mit einer leistungsstarken Logistik. Die Offix-Gruppe ist ein starker Partner für Kunden und Lieferanten in der Schweiz.»

Welche Ziele haben Sie für die Offix-Gruppe im 2019?
«Das ist eine einfache Frage. In unserer PBS-Branche gibt es einen Goliath, der da oben auf seinem Thron sitzt. Er hat gute Arbeit geleistet. Als David würden wir gerne dafür sorgen, dass er nicht mehr ganz so alleine da oben ist. Unser Hauptziel heisst darum Wachstum. Zudem wollen wir ein fairer, verlässlicher und anspruchsvoller Arbeitgeber bleiben.»

Die haptik-Ausgabe Nr. 7/ 2018 widmet sich den Themen Kalender, Planer und Zeitmanagement. Wie organisieren Sie sich: digital oder analog?
«Die Mischung machts. Meine Agenda führe ich digital via PC/Smartphone und meine To-do-Liste in einer eigens programmierten Access-Datenbank. Ich bin aber auch ein traditioneller ‹Fächli-Typ› für Dokumente in Papierform.»

Am PEG-Forum haben Sie erwähnt, dass Sie aufs Fernsehen verzichten, um Zeit zu gewinnen. Haben Sie weitere Zeitmanagement-Tipps?
«Verzichten tönt etwas gar asketisch. Sagen wir, meinen TV-Konsum beschränke ich stark. Mein Tipp: Stellen Sie sich während der Arbeit immer wieder mal die Frage: Was bringt diese Arbeit, die ich gerade erledige, der Firma ganz konkret? Wer achtsam mit seiner Zeit umgeht, kann mit dieser wertvollsten Ressource viel Effizienz und Freiraum gewinnen.»

Gibt es etwas, das Sie abschliessend mitteilen möchten?
«Ich danke all unseren Kunden und Lieferanten, die uns auch in schwierigen Zeiten die Treue gehalten haben und weiterhin halten. Freuen Sie sich 2019 auf den neuen Papedis- Onlineshop – wir werden Vollgas geben.»

Besten Dank und viel Erfolg!

 

Zur Person

Martin Kelterborn ist seit September 2018 CEO der Offix Holding AG in Freudwil. Zuvor war er während zehn Jahren als CEO verantwortlich für die erfolgreiche Führung der Tegro AG in Schwerzenbach, ein GrosshandelsUnternehmen im technischen Bereich. Davor leitete er sechs Jahre die Bereiche Beschaffung, Marketing und Vertrieb bei Office World in Zürich. Er schloss das Studium der Staatswissenschaften an der Universität St. Gallen mit dem Lizenziat ab. Martin Kelterborn ist in der Schulpflege und als Fussball- Juniorentrainer in seiner Heimatgemeinde Stäfa aktiv. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

 

Vanessa Borer
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