Handel / Politik
09. Februar 2026

Detailhandel: Stabilisator der Binnenwirtschaft unter Druck

Der Schweizer Detailhandel steht unter zunehmendem Wettbewerbs- und Kostendruck. Kleinere Unternehmen werden durch asiatische Online-Marktplätze und regulatorische Vorgaben bedrängt. Der Verband Swiss Retail Federation fordert deshalb gleich lange Spiesse für alle.
Rund 90 Prozent der Detailhandelsunternehmen sind Kleinstbetriebe mit weniger als zehn Mitarbeitenden. (Symbolbild: Laura Barry/Unsplash)

Mit rund 340'000 Beschäftigten zählt der Detailhandel zu den grössten Arbeitgebern der Schweiz. Diese Branche werde nicht nur von den Grossverteilern geprägt, wie der Detailhandelsverband Swiss Retail Federation in einer Medienmitteilung schreibt. So seien 88 bis 90 Prozent der rund 34'000 Detailhandelsunternehmen Kleinstbetriebe mit weniger als zehn Mitarbeitenden. «Selbst ohne die Grossverteiler hat der Detailhandel eine höhere volkswirtschaftliche Bedeutung als die Nahrungs- und Genussmittelindustrie oder das Gastgewerbe», wird Michael Grass von BAK Economics zitiert.

Der Detailhandel ist jedoch unter Druck und ist im letzten Jahr kaum gewachsen. Hohe Kosten und internationaler Wettbewerbsdruck seien die Hauptprobleme des Detailhandels, so die Swiss Retail Federation. Die Kosten im Schweizer Detailhandel würden im Schnitt rund 50 Prozent höher liegen als in den EU-Nachbarländern, wird Dagmar Jenni, Direktorin des Verbandes, in der Mitteilung zitiert.

Einkaufstourismus und asiatische Plattformen

Zwar federe die tiefere Mehrwertsteuer einen Teil des Preisnachteils ab, der Spielraum im Preiswettbewerb bleibe jedoch gering. Zusätzlich belasteten Einkaufstourismus sowie ausländische Onlineplattformen, insbesondere aus Asien, die Margen. Der Einkaufstourismus verursacht gemäss aktuellen Schätzungen der Swiss Retail Federation jährlich Umsatzausfälle von über 10 Milliarden Franken. Insbesondere kleinere Unternehmen würden sich besonders stark durch asiatische Online-Marktplätze und regulatorische Vorgaben unter Druck gesetzt fühlen, wie es weiter heisst.

Die Swiss Retail Federation fordert gleich lange Spiesse für alle Marktteilnehmer und warnt vor zusätzlichen Belastungen wie höheren Mehrwertsteuern oder steigenden Lohnnebenkosten. Von Politik und Verwaltung verlangt die Branche wettbewerbsfreundlichere Rahmenbedingungen sowie den Verzicht auf weitere finanzielle Belastungen. Konkret sollen kostentreibende Sonderregelungen überprüft und strukturelle Reformen sowie Sparmassnahmen zur Sicherung der Sozialwerke umgesetzt werden.

Die Swiss Retail Federation vertritt den schweizerischen Detailhandel ohne die Grossverteiler. Sie repräsentiert 2300 Detailhandelsunternehmen mit 6800 Standorten in der Schweiz. Ihre Mitglieder generieren einen Umsatz von über 26 Milliarden Franken und beschäftigen rund 62'000 Personen.

 

Pressedienst
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