Handel / Politik
24. Juni 2022

Detailhandel wird 2022 voraussichtlich leicht zurückgehen

Die Lage im Schweizer Detailhandel ist fragil. Nach einem Rekordjahr 2021 dürften die Umsätze nach Einschätzung des Marktforschungsinstituts GfK in diesem Jahr wieder leicht schrumpfen.

Die Verkäufe seit Jahresbeginn sind nach GfK-Schätzungen zwischen Januar und Mai um 6 Prozent zurückgegangen.

Die Einnahmen im Schweizer Detailhandel dürften daher im laufenden Jahr voraussichtlich leicht sinken. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019, vor dem Ausbruch der Pandemie, dürften sie jedoch immer noch höher liegen. Und dies nach zwei besonders erfolgreichen Jahren.

Denn der Schweizer Detailhandel hat ein weiteres Rekordjahr hinter sich. Der Umsatz der Branche knackte im letzten Jahr erstmals die Marke von 100 Milliarden Franken.

Im vergangenen Jahr hat der Schweizer Detailhandel einen Umsatz von 102,3 Milliarden Franken eingefahren. Das sind 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr, wie GfK berechnete. Damit gehöre der Sektor zu einer der wenigen Branchen, die sowohl 2020 als auch 2021 ein Wachstum verzeichneten.

Der Umsatz mit Lebensmitteln, einschliesslich der Online-Kanäle, wuchs um 1,1 Prozent auf 44,2 Milliarden Franken, nachdem er 2020 um 8,3 Prozent gestiegen war. Der Trend schwächte sich jedoch bei den Supermärkten ab, die 2020 aufgrund von Gesundheitseinschränkungen ein beispielloses Wachstum verzeichnet hatten.

Im Non-Food-Segment - Benzin und Autos ausgeschlossen - sprang der Umsatz im letzten Jahr gar um 5,0 Prozent auf 58,1 Milliarden Franken, nachdem er 2020 um 1,5 Prozent zurückgegangen war. Das Geschäft hatte besonders unter den Schliessungen beim Ausbruch der Pandemie gelitten. Die starke Online-Nachfrage konnte den Rückgang nicht wettmachen.

Der Onlinehandel verzeichnete einen Gesamtumsatz von 1,3 Milliarden Franken, das sind fast 10 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig halte der Trend zum Einkauf bei Schweizer Onlineshops an.

Die Inlandkäufe wuchsen laut GfK 2021 erneut um knapp 12 Prozent, wobei 18,2 Prozent auf Non-Food und 3,8 Prozent auf Food entfielen. Demgegenüber stagnieren die Einkäufe bei Onlineshops aus dem Ausland seit zwei Jahren.

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