Handel / Politik
13. April 2022

Die Online-Welle flacht ab – Umsätze im Onlinehandel rückläufig

Neuste Auswertungen von Kredit- und Debitkarten-Transaktionen zeigen, dass die Schweizer Kundschaft wieder weniger online einkauft und somit dem weltweiten Trend im ersten Quartal 2022 folgt. Das Swiss Retail Federation Dashboard zeigt, dass im ersten Quartal der Onlinehandel gegenüber dem Vorjahresquartal in nahezu allen Detailhandelssegmenten zurückgegangen ist. Hervorzuheben ist jedoch, dass der Food-Onlinehandel zugenommen hat.

Onlinehandel normalisiert sich – Konsumverhalten passt sich wieder an

Globale Auswertungen zeigen, dass im ersten Quartal 2022 deutlich weniger online eingekauft wurde. Indizes-Datenauswertungen der Swiss Retail Federation bestätigen dieses Bild und zeigen, dass die Schweiz keine Ausnahme darstellt und die Konsumentinnen und Konsumenten hierzulande über praktisch alle Segmente hinweg weniger in Onlineshops eingekauft haben. Mit Blick auf die coronabedingten Massnahmen im ersten Quartal 2021 muss jedoch festgehalten werden, dass dieses von den Ladenschliessungen geprägt war. Es wird daher zu beobachten sein, wie sich das Konsumverhalten in den weiteren Quartalen des Jahres entwickelt. Es ist jedoch von einer vergleichsweisen Normalisierung auszugehen.


Die Abflachung der Onlinewelle in praktisch allen Detailhandelssegmenten begründet die Swiss Retail Federation folgendermassen. «Es zeigt sich, dass durch die staatlichen Eingriffe während der Pandemie, der Onlinehandel sozusagen künstlich befeuert wurde und sich dieser nun wieder normalisiert», sagt Swiss Retail Federation Direktorin Dagmar T. Jenni. «Zudem haben die Konsumentinnen und Konsumenten, bedingt durch die teils strikten Massnahmen in anderen Wirtschaftsbranchen, einen Teil ihres Konsums im Detailhandel substituiert. Dieser Konsum fällt nun langsam aus dem Detailhandelsumsatz raus. Letztlich darf nicht vergessen werden, dass sich die allgemeine Wirtschaftslage abgekühlt hat».

Die volatile Weltwirtschaftslage und das Ende der meisten Corona-Massnahmen verändern die Marktaussichten


Die makroökonomische Lage auf dem Weltmarkt zeigt sich momentan volatil und ist von vielen Unsicherheiten geprägt. Gerade die steigenden Energiepreise haben in den vergangenen Wochen die Produktionskosten weiter verteuert, und eine Normalisierung ist momentan nicht absehbar. Die Teuerung hat gegenüber dem Vorjahresmonat in der Schweiz gemäss dem BFS deutlich angezogen, wobei die Inland-Teuerung deutlich tiefer als bei Importen ausfällt. Zudem erschweren noch immer die Auswirkungen von Corona-Restriktionen den weltweiten Handel. Containermangel, fehlenden Schiffe beziehungsweise Verspätungen und die daraus resultierende Bindung von internationaler Transportkapazität sowie erhöhte Energiepreise und Produktionskosten stellen zusätzliche Herausforderungen dar. Vor diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass das Rekordumsatzjahr im Schweizer Detailhandel 2021 dieses Jahr kaum gehalten werden kann.

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