Handel / Politik
23. Juni 2026

Einzelhandelskaufkraft: Schweiz liegt auf Platz zwei

In der Schweiz ist die Detailhandelskaufkraft fast doppelt so hoch wie im europäischen Durchschnitt. Das zeigt die neue Studie «Einzelhandelskaufkraft Europa» des Marktforschungsunternehmens Nielsen IQ. Insgesamt gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den 25 untersuchten Ländern.
In Luxemburg ist die Detailhandelskraft pro Kopf rund drei Mal so hoch wie in Serbien. (Symbolbild: Ibrahim Boran/Unsplash)

In den 25 von der Studie erfassten europäischen Ländern stehen den Verbrauchern insgesamt rund 3,5 Billionen Euro für Ausgaben im Einzelhandel zur Verfügung. Im Schnitt beträgt die durchschnittliche Einzelhandelskaufkraft in Europa 6714 Euro pro Einwohner. Spitzenreiter ist Luxemburg mit 12'518 Euro pro Kopf und damit mehr als 86 Prozent über dem europäischen Durchschnitt. Auf den Rängen zwei und drei folgen die Schweiz mit 12080 Euro und Dänemark mit 9452 Euro pro Einwohner, wie NIQ in einer Mitteilung schreibt.

Nord- und westeuropäische Länder dominieren die oberen Plätze des Rankings. Gleichzeitig liegen einige der volumenstärksten Einzelhandelsmärkte Europas beim Pro-Kopf-Wert unter dem europäischen Durchschnitt. So haben etwa Deutschland, Spanien und Italien eine unterdurchschnittliche Einzelhandelskaufkraft. «Das zeigt, dass Marktgröße und individuelle Kaufkraft häufig auseinanderfallen», wird Filip Vojtech, Einzelhandelsexperte im Bereich Geomarketing von NIQ, in der Mitteilung zitiert.

Insgesamt weisen 12 der 25 Länder eine überdurchschnittliche Einzelhandelskaufkraft pro Kopf auf, während 13 Länder unter dem europäischen Mittelwert liegen. Am unteren Ende des Rankings sind vor allem Länder aus Ost- und Südosteuropa vertreten. Serbien bildet mit 3849 Euro pro Kopf das Schlusslicht und erreicht damit nur gut 57 Prozent des europäischen Durchschnitts.

Grosse regionale Unterschiede

Die Einzelhandelskaufkraft in Europa unterscheidet sich auch auf regionaler Ebene deutlich. In vielen Ländern übertreffen Hauptstädte und grosse Metropolregionen ihr jeweiliges Umland, häufig mit großem Abstand. In Frankreich erreicht Paris beispielsweise 12'944 Euro pro Kopf, während das benachbarte Département Seine‑Saint‑Denis lediglich 6314 Euro verzeichnet. Ein ähnliches Muster zeigt sich im Vereinigten Königreich: Zentrale Londoner Regionen wie die City of London erzielen Kaufkraftwerte von bis zu 15'785 Euro pro Kopf, während Regionen wie Birmingham nur etwa 5846 Euro pro Kopf erreichen.

 

 

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