Handel / Politik
06. Oktober 2020

Getrübte Weihnachtsaussichten 2020

Die Swiss Retail Federation hat bevölkerungsrepräsentativ 1000 Menschen in der Deutschschweiz und der Romandie befragt, inwiefern die Covid-19-Situation ihr Weihnachtsfest und ihr Konsumverhalten an Weihnachten beeinflussen wird. Zudem wurde untersucht, wie sich das Konsumverhalten durch die von Bund und Kantonen eingeführten Schutzmassnahmen verändert.

Die Studie zeichnet für das Weihnachtsgeschäft des Schweizer Detailhandels ein eher düsteres Bild. Mit Covid-19 und den damit verbundenen Schutzmassnahmen wird weniger weihnachtliche Stimmung aufkommen. Innenstädte werden aufgrund der behördlichen Massnahmen mehr oder weniger leer bleiben und Kunden vermehrt online ihre Weihnachtseinkäufe erledigen. Das Einkaufen mit allen fünf Sinnen, sich für Weihnachtsgeschenke inspirieren lassen und eine schöne Atmosphäre geniessen, wird eher die Ausnahme sein.

Umsatztreiber Weihnachten stottert

Die Weihnachtszeit ist für den Detailhandel traditionell eine der wichtigsten Zeiten des Jahres. Grosse Teile des Jahresumsatzes werden in paar Wochen um Weihnachten gemacht. Voraussetzung dafür ist, dass sich die Menschen in den Innenstädten wohl fühlen und in die Läden begeben. Im von Covid-19 und den behördlichen Massnahmen geprägten Jahr 2020 scheint dagegen vieles anders zu werden. Nach dem Lockdown im Frühjahr begleiten uns nach wie vor verschiedene Schutzmassnahmen im Alltag. Bereits frühere Umfragen und Erhebungen haben den grossen Impact der behördlichen Massnahmen auf die Frequenzen und Umsätze im Detailhandel gezeigt.

Weniger Frequenzen und tiefere Ausgaben, aber Schweizer wollen in der Schweiz einkaufen

Drei von vier Befragten erwarten, dass die Weihnachtszeit dieses Jahr anders sein wird. In hohem Masse betroffen sind sowohl der Besuch von Weihnachtsmärkten wie auch das Einkaufen in Innenstädten und Kaufhäuser. 63% aller Befragten wollen weniger Weihnachtsmärkte als im Vorjahr besuchen. Es ist davon auszugehen, dass viele Weihnachtsmärkte aufgrund der fehlenden Besucher und strikter Massnahmen bei der Umsetzung der Schutzkonzepte das Licht ausschalten. Mehr als die Hälfte der Befragten (54%) geben an, für Weihnachtseinkäufe weniger in die Innenstadt oder in Kaufhäuser gehen zu wollen als in den Vorjahren.

Fast jeder sechste Schweizer (15%) will gar nicht erst in die Innenstadt oder in Kaufhäuser gehen. Die tieferen Besucherzahlen an den Weihnachtsmärkten werden somit die Frequenzen in Innenstädten zusätzlich dämpfen.

Die Corona-Krise wirkt sich auch auf das Budget für Weihnachtsgeschenke aus. Zwar geben 61% an ihre Ausgaben für Weihnachtsgeschenke nicht senken zu wollen, dennoch werden die Ausgaben im Vergleich zu den Vorjahren tiefer sein. So planen mit 49% knapp die Hälfte der Schweizer bis zu 200 CHF auszugeben, was rund ein Drittel weniger als in den Vorjahren ist.

80% der Befragten geben an, keine Weihnachtsgeschenke im Ausland einkaufen zu wollen. Von den restlichen Befragten geben 49% an, mehr als die Hälfte aller Geschenke im Ausland kaufen zu wollen und 17% sogar alle Geschenke.

Die Maskentragepflicht vermittelt kaum mehr Sicherheit

Eine Maskentragepflicht in Läden trägt in hohem Masse zur Zurückhaltung beim Konsumverhalten bei. 72% der Befragten wollen aufgrund einer Maskentragepflicht in Läden an Weihnachten weniger oder gar nicht mehr in Läden einkaufen. Lediglich 15% geben an, dass die Maskentragepflicht dazu führt, dass sie mehr vor Ort einkaufen. Die Maskentragepflicht in den Läden trägt somit nicht dazu bei, dass sich die Leute sicherer fühlen und dadurch mehr stationär einkaufen. 13% der Befragten werden deswegen ihre Weihnachtseinkäufe online tätigen. Hierbei ist vor allem die Sorge gross, dass die Kaufkraft in ausländische online Shops abfliesst.

Ein wenig Normalität: Gutscheine und Geld bleiben die Geschenkklassiker

Bei der Geschenkewahl vermag die Corona Krise wenig zu verändern. Wie in den Vorjahren werden Geschenkgutscheine oder Geld am liebsten verschenkt. Weiter stehen Spielwaren, Lebensmittel oder Süsswaren und Parfüm oder Kosmetika hoch im Kurs. Reisen zu verschenken, planen gerade mal 7%, während wiederum 7% planen, gar nichts zu verschenken.

Pressedienst / Caroline Garcia
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