Handel / Politik
20. April 2022

HBS rechnet weiter mit herausforderndem Marktumfeld

Ein Blick nach Deutschland: "2021 war für alle kein leichtes Jahr“, betonte Michael Ruhnau, Präsident des Handelsverband Büro und Schreibkultur (HBS), im Rahmen der Jahrespressekonferenz. Auch für 2022 rechnet der Verband mit einem herausfordernden Marktumfeld.
Während klassische Büro-Sortimente im vergangenen Jahr stagnierende oder rückläufige Umsätze hinnehmen mussten, verzeichneten Kreativ-Produkte durch Trends wie Cocooning und Homing eine steigende Nachfrage. (Bild: Faber-Castell)

Insbesondere das Streckengeschäft sei in Folge der Corona-Pandemie zurückgegangen. Durch die Arbeit aus dem Homeoffice sei in den Unternehmen weniger gedruckt worden, was sich auf den Absatz von Bürosystemen und entsprechenden Verbrauchsmaterialien ausgewirkt habe. Auch die Umsätze mit Papieren sei 2021 durch die Bank weg rückläufig gewesen. Gleichzeitig musste für zuhause jedoch auch eine professionelle Arbeitsausstattung angeschafft werden. Auch zusätzliche Sortimente, beispielsweise im Bereich Reinigung und Hygiene, hätten die stagnierenden oder rückläufigen Umsätze zum Teil kompensieren können. Der Gesamtumsatz der PBS-Branche liegt nach Zahlen des IFH Köln mit 9,5 Milliarden Euro im Jahr 2021 um etwa 2,5 Prozent unter dem Vorjahresumsatz. Laut dem HBS wird der Büro- und Schreibwarenbereich auch 2022 mit Störfaktoren durch die Corona-Pandemie, Inflation, Lieferengpässe, den Ukraine-Krise sowie erwartete Verschiebungen bei Konsumausgaben zu bewerkstelligen haben.

Im Gegenzug gibt es jedoch auch Lichtblicke. So konnte die Umsatzentwicklung bei Büromöbeln gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent gesteigert werden. Auch der Homeoffice-Trend sei keine zeitweilige Erscheinung, sondern habe sich in 2021 als eine Standardkomponente im Arbeitsleben gefestigt und neue Wohn- und Arbeitskonzepte für kleine Flächen waren gefragt. Einen wichtigen Trend sieht man in Köln zudem in der Digitalisierung dokumentenbasierter Prozesse. „Unternehmen investieren weiter in die Modernisierung und Flexibilisierung ihrer Prozesse, da die Beschäftigten in die Lage versetzt werden müssen, jederzeit und ortsunabhängig Informationen rechtssicher verarbeiten zu können“, berichtet HBS-Geschäftsführer Christian Haeser, der trotz der Herausforderungen durch den anhaltenden negativen Corona-Einfluss auch zahlreiche Chancen sieht.

Ein ganz neuer Stellenwert kommt laut dem HBS dabei auch dem Thema Air Treatment, also Lufthygiene in Innenräumen zu. Luftreiniger bildeten einen wichtigen Baustein in jedem Hygieneschutzkonzept und sind unter anderem für den Einsatz in Büros, Schulen und Kitas, aber auch in Behördenkantinen sowie im Einzelhandel perfekt geeignet. Allein in Deutschland wurden 2020 rund eine Million Geräte zur Luftaufbereitung verkauft und ein Umsatz von rund 166 Mio. Euro erzielt. Das entsprach einem Plus von mehr als 150 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser Trend setzte sich auch 2021 ungebremst fort.

Ein wichtiger Businesstreiber, der stetig an Bedeutung gewinnt, ist zudem das Thema Nachhaltigkeiten. Die Hersteller setzen verstärkt auf Sortimente von nachhaltigen Büroprodukten, die der Fachhandel dem Endkunden erklärt und näherbringt. Hauptziel ist es, dass der stationäre Fachhandel befähigt wird, nachhaltige Produkte und Lösungen bei seinen Kunden zu platzieren und so den Wandel zu einer ressourcenschonenderen Infrastruktur aktiv zu begleiten. Zudem werden umweltfreundliche Verpackungslösungen genutzt sowie Liefersysteme mittels Mehrwegversandsystemen getestet und gar per Elektrolastenräder ausgeliefert.

Neben der Arbeit im Homeoffice hat Corona laut HBS noch weitere Trends wie Cocooning und Homing hervorgebracht. Die Menschen verbringen gezwungenermassen wesentlich mehr Zeit zuhause und achten auch mehr auf Gemütlichkeit in den eigenen vier Wänden, heisst es aus Köln. Dementsprechend hätten sich auch die Gewohnheiten und die Beschäftigungen daheim geändert bzw. wurden um weitere Beschäftigungsfelder ergänzt. Das spiegelt sich auch in den Warengruppen der PBS-Branche wider: Der Umsatz im Bereich Mal- und Zeichenbedarf ist 2021 um 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Auch Schreibgeräte waren mit einem Zuwachs von rund elf Prozent stärker nachgefragt. Der Umsatz mit Glückwunsch- und Ansichtskarten konnte laut Branchenverband ebenfalls um rund acht Prozent zulegen.

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