Handel / Politik
31. August 2023

Lagerabbau lastet auf der Industrie

Der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) verharrte im August trotz leichtem Anstieg weit unterhalb der Wachstumsschwelle. Die Produktion ist weiter rückläufig und der Auftragsbestand tief. Verstärkt wird der Abwärtstrend, indem Unternehmen Vorproduktlager abbauen und weniger Vorprodukte einkaufen. Immerhin hat der Inflationsdruck deutlich nachgelassen.
Der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) verharrte im August trotz leichtem Anstieg weit unterhalb der Wachstumsschwelle.

Der Dienstleistungs-PMI ist im August ebenfalls angestiegen und liegt sogar knapp oberhalb der Wachstumsschwelle. Sämtliche Subkomponenten deuten auf eine Seitwärtsbewegung der Dienstleistungsbranchen in den kommenden Monaten hin. Der Preistrend im Dienstleistungssektor ist insbesondere im Einkauf weniger eindeutig nach unten gerichtet als in der Industrie.

Der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) für die Industrie ist im August zwar um 1.4 Punkte angestiegen. Er liegt mit 39.9 Zählern aber weiterhin auf einem derart tiefen Stand wie zuletzt während der Pandemie-Rezession im Jahr 2020 und der globalen Rezession in der Finanzkrise 2009 (vgl. Abb. 1). Sämtliche Subindikatoren liegen unterhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die Produktion ist den fünften Monat in Folge rückläufig, und die Tatsache, dass 48% der Unternehmen weniger gut gefüllte Auftragsbücher vermelden, lässt keine rasche Erholung in den kommenden Monaten erwarten.

Lagerzyklus bremst

Angesichts der verhaltenen Aussichten erstaunt nicht, dass die Unternehmen im Einkauf und bei der Lagerbewirtschaftung äusserst vorsichtig agieren. So nimmt die Einkaufsmenge in der Summe ab und die Einkaufslager werden tendenziell abgebaut. Nach zwei Jahren geprägt von Lageraufbau, mit dem sich die Unternehmen gegen die wiederholten Lieferschwierigkeiten gewappnet haben, vollzieht sich derzeit ein Paradigmenwechsel: Die Lagerbestände werden mittlerweile als «zu gross» empfunden. Dies dürfte einen weiteren Rückgang der Einkaufsmenge in Zukunft nach sich ziehen. Eine sinkende Einkaufsmenge geht in der Regel mit einem geringeren Auftragsbestand und folglich einer schwächeren Produktionsdynamik einher. Der Fortschritt im Lagerzyklus wird somit entscheidend dafür sein, wann die Erholung der Industrie beginnen wird. Entsprechend genau gilt es die Subkomponenten «Einkaufsmenge» und «Lager Einkauf» im Auge zu behalten.

Noch bleibt der Arbeitsmarkt robust
Angesichts der verhaltenen Aussichten sind die Unternehmen auch bezüglich Personalplanung vorsichtiger geworden. Die entsprechende Subkomponente notiert mit 48.3 Punkten unterhalb der Wachstumsschwelle, wenn auch nach wie vor vergleichsweise knapp. Das Gros der Teilnehmenden (69.3%) vermeldet einen unveränderten Personalbestand. Immerhin ist ein Personalabbau weiterhin bei nur rund 16.7% der Unternehmen ein Thema.

Inflationsdruck hat deutlich nachgelassen
Gleichzeitig hat der Preisdruck markant nachgelassen. So meldeten im August nur noch 3.4% der Unternehmen höhere Einkaufspreise. Vor einem Jahr war noch jedes zweite Unternehmen mit Preissteigerungen konfrontiert, im Mai 2021 sogar fast 90% der Unternehmen.

Seitwärtsbewegung im Dienstleistungssektor
Der Ausblick für den Dienstleistungssektor ist derweil positiver als derjenige für die Industrie. Der mehr auf den Binnenkonsum ausgerichtete Dienstleistungs-PMI hat im August um 7.6 Indexpunkte zugelegt und notiert marginal oberhalb der Wachstumsschwelle auf 50.3 Zählern. Sämtliche Subkomponenten deuten auf eine Seitwärtsbewegung der Dienstleistungsbranchen in den kommenden Monaten hin. So liegt die Geschäftstätigkeit – das Pendant zur Produktion in der Industrie – im Berichtsmonat mit 51.7 Zählern leicht oberhalb der Wachstumsschwelle, während Auftragsbestand und Neuaufträge mit 49.9 bzw. 49.0 Zählern leicht darunter notieren. Auch die Subkomponente «Beschäftigung» widerspiegelt mit einem Stand von 50.7 Zählern wenig Veränderung nach unten oder nach oben: Offenbar halten sich die Unternehmen, welche Personal abbauen, und solche, die Personal aufbauen, die Waage, während das Gros der Unternehmen (77.7%) den Personalbestand unverändert behält.

Preise zeigen nicht unisono nach unten
Anders als in der Industrie ist der Preistrend ist im Dienstleistungssektor weniger eindeutig nach unten gerichtet, dies insbesondere im Einkauf. So kam die Subkomponente «Einkaufspreise» im August mit 53.8 Zählern sogar wieder oberhalb der Wachstumsschwelle zu liegen. Rund ein Fünftel der Unternehmen waren offenbar mit Preiserhöhungen konfrontiert, während zwei Drittel unveränderte Einkaufspreise meldeten. Im Verkauf hoben im August knapp 10% der Unternehmen die Preise an, während mehr als drei Viertel die Verkaufspreise unverändert belassen haben – offensichtlich lassen sich die höheren Preise im Einkauf nicht so einfach an die Endkunden weitergeben.

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