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Schweizer geben nur einen Viertel ihrer Konsumausgaben im Handel aus

Trotz steigender Kaufkraft und wachsender Einzelhandelsumsätze verliert der Einzelhandel innerhalb der privaten Konsumausgaben europaweit weiter an Bedeutung. Im Jahr 2025 entfielen nur noch 31,9 Prozent des gesamten privaten Konsums auf den Einzelhandel. Das zeigt eine neue Studie von NIQ Geomarketing.
Eine wichtige Erkenntnis: Die Europäer geben insgesamt nicht weniger aus, aber sie geben ihr Geld anders aus. «Ein zunehmender Anteil der Verbraucherbudgets fliesst in Dienstleistungen und Freizeit», wird NIQ-Studienleiter Philipp Willroth in einer Mitteilung zitiert.
Die Konsumprioritäten in Europa verschieben sich laut Wilroth. «Eine steigende Kaufkraft führt nicht mehr automatisch zu höheren Ausgaben im Einzelhandel.» Vor allem in Ländern mit hohem Einkommen fließt ein vergleichsweise grosser Teil der Konsumausgaben in Dienstleistungen, Reisen, Freizeit und Gastronomie. Mit 24,6 Prozent geben die Schweizer europaweit einen der geringsten Anteile ihres Konsums im Einzelhandel aus. In Ost- und Südosteuropa sieht das anders aus: In Kroatien fliessen etwa 48,3 Prozent der Konsumausgaben in den Detailhandel, in Litauen 45,7 Prozent, in Bulgarien 44 Prozent und Ungarn 43,2 Prozent.
In der kostenfreien Studie «Einzelhandel Europa» hat NIQ Geomarketing die Schlüsselindikatoren des europäischen Einzelhandels für das Jahr 2025 untersucht. Weitere wichtige Ergebnisse im Überblick:
- Kaufkraft: Im Jahr 2025 stieg die Kaufkraft in der EU trotz anhaltender geopolitischer Unsicherheiten und erhöhter Inflation in Teilen Europas weiter an. Die durchschnittliche Kaufkraft pro Einwohner erreichte 22'425 Euro und lag damit nominal um 3,3 Prozent über dem revidierten Wert von 2024. Die Einkommensunterschiede innerhalb Europas verringern sich weiter.
- Einzelhandelsumsatz: Nach einem deutlichen Anstieg von 5,5 Prozent im Jahr 2023 und einem Wachstum von 3,0 Prozent im Jahr 2024 verlangsamte sich das Wachstum des Einzelhandelsumsatzes in der EU im Jahr 2025 auf 2,1 Prozent. Dies deutet auf eine fortschreitende Normalisierung des Konsumverhaltens nach der Erholung von den Auswirkungen der Pandemie hin.
- Inflation: Nach den starken Preissteigerungen in den Jahren nach der Energiekrise von 2022 stabilisierte sich die Inflation in der EU im Jahr 2025 weiter und lag durchschnittlich bei 2,5 Prozent. Damit näherte sie sich dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank an. Für das Jahr 2026 wird erwartet, dass die Inflation in den EU-27-Staaten wieder auf 3,1 Prozent ansteigt, hauptsächlich getrieben durch den erneuten Druck auf die Energiemärkte.