Handel / Politik
05. Januar 2023

PMI: Durchzogener Jahreswechsel

Der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) liegt zum Jahreswechsel weiterhin oberhalb der Wachstumsschwelle und hat seinen Abwärtstrend sogar gebremst. Die Produktion hat zwar etwas an Dynamik verloren, der Schwund im Auftragsbestand kam dafür zu einem Halt.
Quelle: procure.ch, Credit Suisse

Der procure.ch Purchasing Managers’ Index (PMI) für die Industrie notiert im Dezember mit 54.1 Zählern wie bereits das ganze Jahr 2022 hindurch über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Mit einem Plus von 0.2 Punkten hat der Industrie-PMI im Vergleich zum November sogar geringfügig zugenommen (vgl. Abb. 1). Damit wird der Abwärtstrend seit dem Höchststand von 70.0 Punkten im Juli 2021 vorerst gebremst. Verantwortlich dafür war ein leichte Verbesserungen im Auftragsbestand. Mit 49.8 Zählern deutet diese Subkomponente auf einen Halt des Auftragsschwunds vom Vormonat hin. Derweilen hat sich die Produktionsdynamik abermals verlangsamt; mit 52.8 Punkten deutet die entsprechende Subkomponente aber nach wie vor auf ein Wachstum hin.

Entspannung im Einkauf
Erneut verbessert hat sich im Dezember die Liefersituation. Die Subkomponente «Lieferfristen» notiert erstmals seit Juni 2020 wieder unterhalb der Wachstumsschwelle auf 49.8 Zählern. Nur noch 8% der Unternehmen vermeldeten längere Lieferfristen als im Vormonat und damit deutlich weniger als im ersten Halbjahr 2022, als wiederholt mehr als 80% der Unternehmen von längeren Lieferzeiten berichtet haben.

Die Normalisierung an der Preisfront dauert indes länger: Nach wie vor ist mehr als jedes dritte Unternehmen mit höheren Preisen im Einkauf konfrontiert. Dies sind deutlich mehr als die 7%, welche sinkende Preise melden, aber zumindest ebenfalls deutlich weniger als im ersten Halbjahr 2022 mit einem Höchststand von 91% im März.

Unverändert gute Arbeitsmarktlage
Positiv hervorzuheben ist, dass die Arbeitsmarktlage unverändert gut ist. Nur 7% der Unternehmen bauen Personal ab, während knapp ein Viertel den Personalbestand sogar aufstockt. Diese Robustheit des Arbeitsmarkts ist einerseits ein Zeichen dafür, dass die Unternehmen ihre Kapazitäten nicht abbauen, und sollte anderseits die Nachfrage stützen, indem sie dafür sorgt, dass die Haushaltseinkommen und die Konsumlaune nicht abnehmen. Derweil füllen sich sowohl die Einkaufs- als auch die Verkaufslager im Dezember ebenfalls weiter, wenn auch mit einer wieder geringeren Dynamik. Die gestiegenen Lagerbestände stellen jedoch nach wie vor ein gewisses Risiko dar für den Fall, dass sich die Nachfrage stärker als erwartet abschwächt.

Pressedienst / Remo Reist
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