Handel / Politik
15. Januar 2026

Rund 1500 Beschwerden wegen betrügerischen Online-Shops

Betrügerische Online-Shops haben die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten letztes Jahr am meisten geärgert. Über 1500 Beschwerden erhielt die Stiftung für Konsumentenschutz dazu.
Vermeintlich bei einem Schweizer Shop bestellt, aber dann kommt minderwertige Ware aus China: das Dropshipping gehörte 2025 zum grössten Ärger der Konsumentinnen und Konsumenten. (Symbolbild: Unsplash)

Insgesamt 8640 Beratungsanfragen, Beschwerden und Meldungen sind beim Konsumentenschutz im Jahr 2025 eingegangen, teilte die Stiftung am Donnerstag mit. Bei den Deutschschweizer Konsumenten sorgte dabei das sogenannte Drop-Shipping für den grössten Ärger. 1530 Meldungen gingen dazu ein. Auf Rang zwei und drei folgen Online-Shopping mit 562 Meldungen und Inkasso und Betreibungen mit 524 Meldungen.

Beim Dropshipping verkaufen Händler Waren, die sie selbst nicht an Lager führen. Sie leiten eine Bestellung direkt an die Hersteller oder einen Grossverteiler weiter. Das ist zwar niht verboten. Neuerdings täuschen aber zahlreiche Internetshops vor, ein Schweizer Traditionsunternehmen zu sein, und locken mit tiefen Preisen für angebliche Qualitätsprodukte, wie der Konsumentenschutz schreibt. Auf die Bestellung folge – nach langer Wartezeit – oft ein Paket mit minderwertiger Ware direkt aus China. Eine Rückgabe oder Rückerstattung seien bei solchen Shops quasi aussichtslos, auch wenn dies vorher versprochen wurde.

Der Konsumentenschutz informiert und warnt die Bevölkerung vor dieser Masche, führt eine Liste mit betrügerischen Webseiten und hat im Sommer mehrere Betreiber solcher Shops angezeigt. Die Ärgerliste zeige aber, dass sich immer noch sehr viele Kund:innen von den professionell gestalteten Seiten täuschen liessen.

Probleme und Fallen lauern überall

Rund um das Online-Shopping sind beim Konsumentenschutz zahlreiche weitere Beratungsanfragen eingegangen, von falschen Angaben über Lieferverzögerungen bis zu Garantieverweigerungen. Aber auch bei online erworbenen Dienstleistungen und Abonnements komme es immer wieder zu Unstimmigkeiten. Namentlich Online-Dating-Seiten fallen dabei laut Konsumentenschutz mit Rechnungen für nicht abgeschlossene oder bereits gekündigte Abonnemente negativ auf. «Die Gesetzgebung muss endlich dafür sorgen, dass im Internet ein fairer Handel stattfindet», wird Sara Stalder, Geschäftsleiterin Konsumentenschutz, zitiert.

Dauergäste auf der Ärgerliste des Konsumentenschutzes sind die Telekomfirmen. Falsche Rechnungen oder Preiserhöhungen trotz eines «lebenslanger Preis»-Versprechens gehören hier zum täglichen Ärger. Im Jahr 2025 sorgte insbesondere Sunrise vermehrt für Unmut, weil schriftliche Kündigungen nicht mehr akzeptiert werden. 

Pressedienst
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