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Schweizer Heimelektronik-Markt wieder im Plus

Nach einem verhaltenen ersten Halbjahr nahm die Nachfrage ab September deutlich zu, wie die Marktforscherin NielsenIQ mitteilt. Impulse kamen unter anderem durch die Ankündigung des «End of Support» für Windows 10. Das kurbelte die Nachfrage nach Computern spürbar an. Auch Innovationen im Bereich Elektrohaushalt – etwa bei Saugrobotern, Air Fryern oder Siebträger-Kaffeemaschinen – sorgten für Wachstumsimpulse. Im Telekommarkt blieben Premium-Smartphones über 1000 Schweizer Franken sowie Smartwatches besonders gefragt.
«Nach zwei anspruchsvollen Jahren zeigt sich, dass sich der Markt wieder stabilisiert hat», kommentiert Luca Giuriato, Client Business Partner NIQ. Konsumentinnen und Konsumenten seien bereit, in innovative und hochwertige Produkte zu investieren.
Mit einem Umsatzvolumen von rund 5.3 Milliarden Schweizer Franken liegt der Markt im Langzeitvergleich weiterhin deutlich über dem Vorkrisenniveau von 2019. Die ausserordentlichen Wachstumsjahre 2020 bis 2022 waren jedoch stark von pandemiebedingten Sondereffekten geprägt. Entsprechend war die Nachfrage in den Folgejahren teilweise gesättigt. 2025 markiert laut NielsenIQ eine Normalisierung nach pandemiebedingten Sondereffekten.
Onlineanteil steigt weiter
Der Onlinehandel gewinnt weiter an Bedeutung: 2025 wurden rund 57 Prozent der Umsätze im Bereich Heimelektronik online erzielt. Die Entwicklung der Besucherfrequenzen unterscheidet sich je nach Handelsformat: Filialisierte Kettenbetriebe verzeichnen stärkere Rückgänge als spezialisierte Fachhändler. Dies deutet darauf hin, dass neben dem Preis auch Beratung und Service eine Rolle im Kaufentscheid spielen.
Promotionen setzen starke, aber kurzfristige Impulse
Die Zahl der Verkaufsförderungsaktionen nahm 2025 deutlich zu – je nach Monat um bis zu 30 Prozent. Dies führte zu erhöhter Preissensibilität und sinkenden Margen. Promotionen führen jedoch zu kurzfristigen Umsatzspitzen. Ein Beispiel ist die Black-Friday-Woche, die im Jahr 2025 mit rund 167 Millionen Schweizer Franken Umsatz (+ rund 4 Prozent gegenüber Vorjahr) einen neuen Rekord erreichte.
Unterschiedliche Entwicklung bei B2B und Privatkonsum
Der B2B-Umsatz stagnierte 2025 bei rund 900 Millionen Schweizer Franken, nachdem er 2024 um 10 Prozent zurückgegangen war. Während IT- und Office-Produkte vom Windows-10-Effekt profitierten, entwickelte sich die Nachfrage nach Smartphones im Geschäftskundenumfeld rückläufig.
Der Privatkonsum entwickelte sich hingegen positiv: Mit rund 4.5 Milliarden Schweizer Franken lag er um rund 3 Prozent über dem Vorjahr. Nach den vorgezogenen Investitionen während der Pandemie und einer Phase der Konsumverlagerung hin zu Reisen und Freizeit normalisiert sich die Nachfrage wieder.
Ausblick 2026: Moderates Wachstum bei steigender Preissensibilität
Für 2026 rechnet NIQ mit einer leicht steigenden Nachfrage. Premiumprodukte dürften weiterhin gefragt bleiben, gleichzeitig bleibt die Preissensibilität hoch. Die gezielte Steuerung von Promotionen gewinnt für Handel und Industrie weiter an Bedeutung.
Preissteigerungen sind insbesondere bei Produkten mit hoher Chip- und Speicherabhängigkeit zu erwarten. Die stark gestiegene Nachfrage im Zuge des KI-Booms führt zu höheren Kosten für Halbleiter und Speichermedien, was sich unter anderem auf Notebooks, Server, Smartphones und weitere IT-Produkte auswirken dürfte.
Auch der Teilmarkt für Haushaltsgrossgeräte könnte 2026 zusätzliche Impulse erhalten. Im Zusammenhang mit der geplanten Abschaffung des Eigenmietwerts per 2028 ist damit zu rechnen, dass Eigenheimbesitzer Investitionen in ihre Immobilien vorziehen. Die veränderte steuerliche Behandlung dürfte Modernisierungen und Ersatzanschaffungen – etwa bei Küchengeräten oder Waschmaschinen – beschleunigen.