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Ravensburger profitiert vom Trend zurück zum Analogen

Ravensburger ist erfolgreich ins Jahr gestartet und verzeichnet insbesondere in Deutschland ein Wachstum im Spiele- und Buchmarkt. Klassische Produkte wie Puzzles, «Malen nach Zahlen» und Gesellschaftsspiele liegen wieder im Trend – auch, weil viele Menschen bewusst nach analogen Alternativen zur digitalen Welt suchen, wie Ravensburger-Chef Clemens Maier in einem Interview mit der Zeitung «Schwäbische» sagte. «Der Mensch ist und bleibt ein haptisches und soziales Wesen», so Maier.
Ein zentraler Wachstumstreiber ist das Sammelkartenspiel «Disney Lorcana», das dem Unternehmen Umsätze im dreistelligen Millionenbereich beschert. Nach einem anfänglichen Boom hat sich laut Maier der Markt auf hohem Niveau stabilisiert. Spekulative Käufer hätten sich weitgehend zurückgezogen, während die Zahl der aktiven Spieler und Sammler weiter wachse, sagte Maier im Interview. «Lorcana» zählt inzwischen zu den wichtigsten Geschäftsfeldern des Unternehmens.
Zugleich gewinnt das sogenannte «Kidult»-Segment an Bedeutung: Immer mehr Erwachsene entdecken Spiele und Freizeitprodukte für sich. Auch das Buchgeschäft erlebt eine Renaissance, gestützt durch junge Zielgruppen und erfolgreiche Formate wie «Tiptoi». Schwächer entwickeln sich aktuell das Bastelsegment sowie neue Brio-Produkte für Mädchen.
Für das laufende Jahr plant Ravensburger ein moderates Wachstum von rund drei Prozent. Herausforderungen bleiben geopolitische Unsicherheiten, steigende Kosten und Handelshemmnisse. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, investiert das Unternehmen jährlich mehr als 80 Millionen Euro in Innovationen, das sind mehr als zehn Prozent des Umsatzes. Innovationen seien entscheidend, sagte Maier, da ein grosser Teil des Umsatzes mit neuen Produkten erzielt wird.
International sieht Ravensburger grosses Potenzial vor allem in den USA sowie in Grossbritannien, langfristig auch in Japan und Südamerika. Trotz zunehmender Digitalisierung ist Maier überzeugt, dass analoge Spiele und gemeinschaftliche Erlebnisse weiterhin gefragt bleiben – gerade bei jüngeren Generationen.