Unternehmen / Köpfe
28. Februar 2022

Höhere Kosten treffen auch Stifthersteller

Nach coronabedingten Rückgängen im wichtigen Schulgeschäft bekommen die Stiftproduzenten nun auch noch gestiegene Kosten zu spüren. Der Hersteller Faber-Castell sieht trotzdem eine Trendwende.
Stefan Leitz, Vorstandsvorsitzender Faber-Castell (Bild: zvg)

Gestiegene Kosten machen den Bunt- und Bleistiftherstellern zu schaffen. "Die Holzpreise sind deutlich gestiegen", sagte der Vorstandschef von Faber-Castell, Stefan Leitz, im bayerischen Stein. Dazu kämen die stark gestiegenen Schiffsraten und höhere Kosten für Energie und Kunststoff-Rezyklate, die Faber-Castell zum Beispiel für seine Textmarker einsetze. Auch die Konkurrenten Stabilo und Staedtler bekommen diese Entwicklung eigenen Angaben nach zu spüren. Das könnte Folgen für die Verbraucher haben.

"Unser Anspruch ist, dass wir das durch Produktivitätssteigerungen soweit wie möglich ausgleichen können", sagte Leitz. "Dies ist jedoch nicht immer möglich. Der Rest muss folglich durch Preiserhöhungen ausgeglichen werden." Faber-Castell habe im vergangenen Jahr in einigen Ländern bereits die Preise angehoben. "In anderen Märkten, ganz besonders in Europa, beschäftigen wir uns gerade mit der Frage. Es ist nicht auszuschliessen, dass wir dort noch selektiv für gewisse Produkte eine Preiserhöhung vor uns haben", sagte Leitz.

Staedtler wollte sich einem Sprecher zufolge dagegen nicht näher dazu äussern, wie der Nürnberger Hersteller auf die Kostensteigerungen reagieren werde. Auch eine Sprecherin von Stabilo in Heroldsberg erklärte, es werde gerade geprüft, wie das Unternehmen strategisch und taktisch damit umgehe.

Die Schliessung von Schulen und Universitäten während der Pandemie habe die Schreibwarenbranche hart getroffen, sagte Faber-Castell-Chef Leitz. Der 58-Jährige ist seit zwei Jahren Vorstandsvorsitzender der Branchengrösse mit Hauptsitz in Stein am Rande Nürnbergs. Doch fürs laufende Geschäftsjahr rechnet er wieder mit einem Umsatzwachstum von etwa 11 Prozent - währungsbereinigt könnte sogar Vor-Corona-Niveau erreicht werden. Auch im nächsten Geschäftsjahr könne sich diese Entwicklung mit einem Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich fortsetzen, sagte Leitz. Der Gruppenumsatz lag im Geschäftsjahr 2020/21 bei 452 Millionen Euro.

Starke Zuwächse habe es im Künstler- und Hobbybereich gegeben - 30 Prozent allein im vergangenen Jahr, sagte Leitz. "Dieser Trend wird auch weiter anhalten, davon sind wir überzeugt". Der Online-Handel habe mit der Pandemie deutlich angezogen, und auch das Kosmetikgeschäft erhole sich. Angaben zum Gewinn macht das Familienunternehmen generell nicht. "Die Profitabilität des Unternehmens konnte im zu Ende gehenden Geschäftsjahr jedoch wieder gesteigert werden", sagte Leitz.

Nach dem Abbau von etwa 1100 Stellen weltweit im Zuge der Pandemie seien weiterer Stellenabbau oder Standortschliessungen nicht geplant, sagte Leitz. Faber-Castell arbeite derzeit an einer neuen Unternehmensstrategie. Das Unternehmen investiere unter anderem gerade viel Geld in die Automatisierung der Fertigung.

 

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